Den Schuss nicht gehört

#Großpeng, #kleinpeng, #teamkleinpeng, hashtags machen die Runde auf Twitter welche erstmal schwer zu verstehen sind. Begibt man sich dann einmal auf den Weg in das Kaninchenloch, fällt schnell auf, dass es unter diesen Hashtags fast nur Verlierer und keine Gewinner gibt. Aber worum geht es denn überhaupt?

Die Twitter Userin @LottaPeng hat sich diverse Dinge auf die Fahnen geschrieben. Ihr Profil liest sich folgendermaßen

theory: deconstructing binary oppositions | practice: feminism, vgnsm, fummeln, no love for a nation (especially this one), Meerwasser ums Herz & dessen Farbe

Alles ein wenig kryptisch, eigentlich auch mehr was für Tumblr aber nun gut, jeder wie er will, ist ja nichts Verwerfliches dran. Dann wird noch zu einer Amazon wishlist gelinkt über welche man ein paar Geschenke machen kann, wenn man denn möchte. Es wird über die eigene Armut und Meinungen geschrieben, alles kein Ding. Doch dann kommt irgendwann #kleinpeng ins Spiel. Kleinpeng ist die Umschreibung für ihren Sohn welcher eine zentrale Rolle in ihren Posts eingenommen hat. Auch da könnte man sich jetzt immer noch denken, „Nun gut, sie liebt ihr Kind und will die Welt daran teilhaben lassen, was ist schlimm daran?“ Hier ein paar kleine Beispiele die ich heraus gesucht habe um mal zu zeigen worum es denn geht. Mehr gibt es unter dem hastag #kleinpeng, ansehen auf eigene Gefahr.

 

 

 

Dann gibt es aber auch noch Tweets die mittlerweile nicht mehr aufzufinden sind, waren der Erstellerin dann doch vielleicht zu krass.

 

Ok, aber warum interessiert es was ihr 16 jähriger Sohn über Nazis denkt? Das Kind ist vier, zum Zeitpunkt des Tweets auf dem eingefügten Bild war er drei. Das ist krass. Da wird ein Kind radikalisiert und zum Spielball der politischen Meinung seiner Mutter gemacht. Da werden Fotos ins Netz gestellt welche ich hier nicht verbreiten möchte und das Kind mit Sätzen zitiert welche für einen Erwachsenen schon ein gewisses Gewicht hätten.

Das Twitter nicht immer Sonnenschein ist, ist auch kein Geheimnis. So dauerte es nicht lange bis Frau Peng Gegenwind bekam. Sowohl gemäßigten, welcher gespickt mit rationalen Meinungen und Vorschlägen versucht hat vielleicht ein wenig auf den Erziehungsstil der Mutter einzuwirken, aber auch sehr krassen mit Beleidigungen der übelsten Sorte und aus der untersten Schublade gespickten Dreck. Da wird dem Kind und der Mutter der Tod gewünscht, sie werden verhöhnt und an den virtuellen Pranger gestellt, auch das geht gar nicht. Dennoch muss man sagen, dass Frau Peng durch ihre 24/7 Berichterstattung aus dem Kinderzimmer ihres vierjährigen Kindes erst Tür und Tor für so einen Dreck geöffnet hat.

Nun was können Social Justice Warrior besser als Geld für einen Zweck sammeln welcher sich ihnen nur selbst erschließt? Hier findet ihr den Spendenaufruf welcher insgesamt 3.000€ zusammen bekommen will um der guten Frau Peng einen Anwalt zu finanzieren um gegen die Hasskommentare vorzugehen.

Es braucht juristische Hilfe und polizeiliche Ermittlungsarbeit. Das ist leider mit Kosten verbunden, die gerade für junge Eltern so nur schwer zu stemmen sind.

Ist das so? Wenn man google nur mal im Ansatz benutzt hätte wäre schnell klar geworden, dass es dutzende kostenlose Hilfsangebote gibt, teilweise direkt von der Polizei. Man benötigt keine 3.000€ um einen Anwalt zu finanzieren, diese Summe scheint eh einfach mal aus der Luft gegriffen zu sein. Gepaart mit der eh schon Schnorrer haften Einstellung der Mutter welche ich am Anfang schon angesprochen hatte, drängt sich mir außerdem der Eindruck auf, dass das Geld auch nicht unbedingt für den angegeben Zweck ausgegeben werden muss.

Sollte mehr Geld zusammenkommen, als für diesen Fall benötigt wird, ist es eben ein Schmerzensgeldgeschenk für ein Opfer, das zuletzt üble Hetze aushalten musste. Die hier gesammelte Summe geht 1:1 (minus Leetchi-Gebühren) an Lotta Peng. Außerdem wird das Ergebnis sein, dass eine Anwältin Kompetenz für genau diese Situationen und die Täter*innen erlangt hat und für weitere Opfer hilfreiche Ansprechpartnerin ist.

Letztendlich geht die gesamte Summe also ungefiltert an Frau Peng. Was sie dann damit macht, wird sich zeigen. Das es in Deutschland nicht schon genügend Anwälte gibt, welche sich genau mit diesen Problematiken auskennen, muss man denke ich auch nicht bezweifeln.

Ein Kind wird in den jüngsten Jahren mit antifaschistischen Gewaltfantasien aufgezogen, danach wird es auf den Schultern der Mutter durch social media Dienste getragen um zu zeigen wie progressiv man doch ist, nur um schlussendlich von einem hetzendem Mob mit Lynch Fantasien empfangen zu werden. Herzlichen Glückwunsch, es gibt nur Verlierer in dieser Konstellation und keinen einzigen Gewinner. Was die Mutter da ihrem Kind antut und wie darauf reagiert wird hat nichts mehr mit gemäßigtem zivil gesellschaftlichem zusammenleben zu tun, es ist von Grund auf asozial.

Der einzige der einem leidtun kann ist #kleinpeng. Fleischgewordener Spielball von unbeholfener und radikalisierter Erziehung. Schöne neue progressive Welt.

 

Nachtrag 20.08.2016 03:53

Nachdem Claudius Holler, dem Ersteller des Spendenaufrufs, heute mehrmals die Frage gestellt wurde wozu man das Geld denn jetzt überhaupt benötigen würde, hatte ich ein kleines Gespräch auf Twitter mit ihm. Hier mal ungeschönt und ungekürzt, um die eigene Meinung bilden zu können. Ein Kommentar erübrigt sich.

Verbleib

Nachtrag: 20.08.2016 14:37

Es wird immer besser. Es gibt wohl, wie ich unten in den Kommentaren gelesen habe, eine ominöse Blockliste. Der Pastebin beginnt mit folgendem Zitat

Diese Accounts beteiligen sich an HateSpeech und/oder Mord-/Gewaltandrohungen bz – Pastebin.com

  1. Diese Accounts beteiligen sich an HateSpeech und/oder Mord-/Gewaltandrohungen bzw. unterstützen diese und können daher blockiert, gemeldet und ggf. angezeigt werden:

Diese Liste wird anscheinend von den Twitter Usern @banopticon und @ProtectPeng geführt welche wahllos User nach ihrem eigenem Gutdünken hinzufügen. Ich bin nun auch auf dieser ominösen Liste gelandet. Könnte mir eigentlich egal sein, ist es im Grunde auch, das einzige was mich ärgert ist dass ich mit Mord- und Gewaltandrohungen in Zusammenhang gebracht werde. Beides Dinge die man in meiner langjährigen Internethistorie nicht finden wird. Also habe ich mir mal schnell nen zweiten Account erstellt und bei @banopticon nachgefragt wie ich denn zu der Ehre komme.

berlinnow

So viel also zu dem Thema. Es geht nicht um Opferschutz oder darum einen sicheren Raum zu schaffen. Es geht darum die eigene Meinung durchzusetzen und jede andere möglichst auszublenden. Dabei noch die ein oder andere Diffamierung, tut ja keinem weh. Aber Hauptsache gegen Nazis, die haben nämlich nie derartige Listen geführt. Manchmal hat man mehr mit den Leuten gemeinsam die man so hasst als man denkt.

10 Gedanken zu „Den Schuss nicht gehört“

  1. Ich habe mich weder zu Frau Pengs Kind noch ihren Erziehungsmethoden geäußert, weil mich diese Person schlicht nicht interessiert.
    Trotzdem wurde mein Twitterhandle auf ein Liste mit anderen Personen gesetzt, die Frau Peng offenbar Mord bzw. Vergewaltigungsdrohungen geschickt haben.

    Ich kann nur spekulieren, das Frau Peng gar keinen Überblick mehr hat, wer oder wie sie irgendwie beleidigt oder bedroht hat – scheinbar verdächtigt Sie einfach wahllos Leute die Ihr nicht passen.
    Was Frau Peng in meinem Fall betreibt ist geziehltes Mobbing und Rufschädigung. Wer das unterstützen möchte, darf ruhigen Gewissens spenden.

    1. Die Liste wurde nicht von Frau Peng erstellt, sondern von einem User mit dem Twitterhandle @banopticon. Da ist so ziemlich jeder drauf gelandet der sich zu dem Thema irgendwie negativ geäussert hat, auch Leute die völlig harmlose Sachen geschrieben haben.

  2. Zu schade, daß man Staatsanwälte aus eigener Tasche bezahlen muss und es bei eventuellen Nebenklagen keine Prozesskostenhilfe gibt. Oh, warte.

    1. Ich habe keinerlei Zweifel, daß diese edle Truppe für das gesammelte Geld schon eine sinnvolle Zweitverwendung finden wird. Immerhin kam alles von Freunden. Solange es „den Guten“ hilft und/oder „den Bösen“ schadet, ist die Filterblasenwelt absolut in Ordnung. 😉

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